Dich häng ich ab – Tuning-Challenger von GeigerCars

Vor 40 Jahren präsentierte Dodge den ersten Challenger, der den 1964 lancierten Platzhirsch Ford Mustang herausfordern sollte. Dieses Unterfangen erwies sich trotz maximal 425 bebender Hemi-PS als erfolglos, da der Challenger in eine Zeit geboren wurde, in der die Muscle-Car-Welle bereits abebbte, die Versicherungen aber die Tarife mächtig anhoben.
Als Ford im Zuge der Retrowelle den 2004er Mustang mit wesentlichen Stilelementen des ’67er Modells versah und damit großen Erfolg verzeichnen konnte, musste Dodge erneut handeln. Auf Basis des Chrysler 300 kam 200 der neue Challenger ebenfalls im Retrostil auf den Markt. Die 431 PS der Topversion SRT8 sind zwar auf dem Papier beeindruckend, können gegen die mit Kompressor-Steroiden gedopte Konkurrenz von Ford mit 500 oder 540 PS aber nur wenig ausrichten.

Dodge Challenger SRT8 von Geiger

Diesen Makel nutzte der seit langem im Import- und Tuninggeschäft erfahrene Münchner Händler Geiger aus. Wie die Marke mit der blauen Pflaume setzen die Bayern auf mehr Druck durch Aufladung und benutzen hierzu ebenfalls einen Kompressor. Dieser krönt den 6.1 Liter Hemi-V8-Motor des SRT8-Modells. Den nicht offiziell von Dodge in Deutschland angebotene Challenger können Muscle Car-Fans kurzfristig bei GeigerCars ordern und dann problemlos zulassen. Die bajuawarische Bizepserweiterung schlägt dabei jedoch ganz ordentlich zu Buche; der Wert des Tuningprogramms dürfte sich knapp auf den Wert der Basisversion Challenger SE mit 3,5-Liter-V6 belaufen. Egal, mehr Power heißt nun mal zwangsläufig auch mehr Geld.

SRT8 Tuning brutal

Konkret stemmt Geigers Kraftpaket muntere 569 Pferdestärken bei 6.300 U/min auf die verstärkte Kurbelwelle. Das brachiale Drehmoment von 678 Nm liegt bei 4.800 Umdrehungen an. Mit dieser Urgewalt müssen sich die natürlich hinten angetriebenen Reifen im Format 295/25 R22 herumschlagen. Einmal zu saftig aufs Gas getreten, schon verdunkelt massig Reifenqualm die Sonne. Die hinteren Pneus sitzen auf 10×22 Zoll-Alufelgen, an der Lenkachse befinden sich 9×22-Felgen mit 275/25 R22- Bereifung. Die lackierten Fünfspeichenfelgen am Mopar gibt es samt Gummis für 6.200 Euro. Die Leistungssteigerung im Challenger kostet pro hinzugekommener Pferdestärke 108 Euro, macht für die ganze Zusatzherde also 14.900 Scheine.

Hemi V8 vs. Bremsanlage

Bei derart viel Kraft im Heck und unter der Haube stellt sich eine angemessene Negativbeschleunigung als durchaus sinnvoll dar. Hierzu verbauten die Geiger-Jungs dem Muscle-Car eine Hochleistungs-Bremsanlage. Zum Preis von 6.644 Euro warten die 6-Kolben-Bremssättel vorn und die 4-Kolben-Sättel hinten nur darauf, die großzugig mit380x32 und 355×32 Millimeter bemessenden Bremsscheiben mit unnachgiebiger Standfestigkeit in die Zange nehmen. Dynamisches Kurvenräubern wird die Bremsanlage allerdings nur wenig beanspruchen: Das justierbare H&R Federbeinfahrwerk für 1.529.00 Euro ermöglicht unvorstellbare Querbeschleunigungswerte. Sollte das irgendwem immer noch nicht reichen, lässt sich die Fuhre zusätzlich durch Sportstabilisatoren aufwerten.

Krawall im Mopar

Wer nun befürchtet, dass die Akustik des teuer bezahlten Mopars nicht komplett zum Tragen komme, kann erneut den Geldbeutel zücken und weitere 1.990 Euro für eine Edelstahl-Auspuffanlage bei Geiger lassen. Damit wissen dann auch auch die übrigen Verkehrsteilnehmer, wer gleich seinen wunderschönen Tankverschluss in 70ies-Racing-Oktik an ihnen vorbei schiebt. Der aufmerksame Ampelnachbar wird sicherlich zurückschrecken, wenn er die unauffällige Leistungsangabe an der Lufthutze bemerkt. Denn schließlich dürfte sich der glückliche Fahrer von Geigers Challenger nicht zu Unrecht so unaufhaltsam wie Kowalski vorkommen.

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