Formel 1 zukünftig ohne Grid Girls bei der Startaufstellung

In der kommenden Formel-1-Saison 2018 wird es keine leicht bekleideten Frauen mehr geben, die neben den Piloten auf der Strecke stehen, bevor das Rennen startet – Kinder treten an ihre Stelle.

Formel 1 zukünftig ohne Grid Girls bei der Startaufstellung

Formel 1: Grid Girls sind Geschichte

Für viele Formel-1-Fans sind die gutaussehenden Frauen in luftiger Bekleidung immer ein Highlight gewesen. Eine der berühmtesten unter ihnen: „Boxenluder“ Katie Price. Ein Grid Girl wird übrigens auch als Race-Queen, Pit-Babe oder Umrella-Girl bezeichnet. Es sind Hostessen, gehören zum Streckenpersonal und werden zu Promotionszwecken am Anfang des Rennens sowie bei der Siegerehrung eingesetzt.

Nun sind die heißen Grid Girls endgültig Geschichte. Warum aber wurden sie abgeschafft? Die Formel 1 entschied, dass die „Boxenluder“ nicht mehr zeitgemäß seien. Seit Monaten tobt in den Medien eine Sexismus-Debatte (#MeToo). Also gingen die Offiziellen sehr wahrscheinlich auf Nummer sicher. Credo: Lieber mit gutem Beispiel vorangehen, als selbst in der Schusslinie zu stehen.

Und nun Grid Kids, statt Grid Girls? Kinder werden zukünftig die Fahrer vor dem Start begleiten. Das kennen wir so ähnlich schon vom Fußball. Seit Jahren laufen Fußballprofis mit Kindern Hand in Hand auf das Spielfeld. Für die Kleinen immer wieder sichtbar eine Sensation.

Nachwuchs für Rennsport-Königsklasse begeistern

Formel-1-Marketingdirektor Sean Bratches findet, dass es eine „unvergessliche Erfahrung“ für die Kids sei und es keinen besseren Weg gebe, die nächste Generation Formel-1-Helden zu inspirieren.

Ihren ersten Einsatz werden die Kinder am 25. März 2018 zum Saisonauftakt im australischen Melbourne haben. Fragt sich nur, ob sich jeder Knirps auf den „Job“ bewerben kann beziehungsweise nach welchen Kriterien entschieden wird, wer das Privileg erhält.

Die Kinder werden von den Motorsport-Klubs per Los oder aufgrund von sportlicher Leistung ausgesucht. Einzige Voraussetzung: Die Kids müssen im Kartsport oder einer Nachwuchsserie aktiv sein. Ein bisschen Glück, so wie beim Online-Casino spielen, ist also notwendig, um ausgewählt zu werden. Ihre Familien dürfen die Kleinen natürlich begleiten und so „Teil von einem der exklusivsten und aufregendsten Momente eines Rennwochenendes“ sein, heißt es auf „Spiegel Online“.

Die Veränderung spaltet die Gemüter

Ex-Formel-1-Boss Ecclestone kritisierte die Abschaffung der Nummern-Girls in der Startaufstellung. „Diese Mädchen waren doch Teil der Show. Die Fans lieben den Glamour“, erklärte Ecclestone im Interview mit der britischen Zeitung „The Sun“, wie die „FAZ“ schreibt.

Claire Williams, stellvertretende Teamchefin des Formel-1-Rennstalls Willams, befürwortet die Entscheidung der Formel 1, wie „Motorsport-Magazin“ berichtet: „Für einen Sport, der sich weiterentwickeln will, ist es positiv. Ich sage nicht, dass ich nicht für Grid Girls bin. Ich sage nur, dass es ein guter Move ist, mal etwas anderes zu machen.“

Wiederum anders sieht es die Rennsport-Legende Hans-Joachim Stuck, der die Grid Girls gern weiter in der Formel 1 sehen würde: „In Amerika würden sie die Stadien abreißen, wenn die Cheerleader verboten werden“, so Stuck.



Bildquelle: Pixabay,490617, urv