Rallye-Racing extrem im Baja Boot

Um auf einer der härtesten Offroad-Rallye, der Baja 1000 erfolgreich bestehen zu können, bedarf es eines speziellen Gefährts. Ein „Baja Boot“ ist genau richtig, um Staub und Sprünge zu bewältigen.

Hierzulande würde man ein solches Fahrzeug wohl am ehesten als Buggy bezeichnen. Doch von dem, was hier als Buggy bekannt ist, nämlich vor allem Strandfahrzeuge auf VW-Käfer-Chassis und Kinderwagen, ist der Baja Boot meilenweit entfernt. Ihn kennzeichnet ein schmuck- und kompromissloses Konzept.

Aufbau des Baja Boot

Was braucht nun ein Gelände-Fahrzeug, das so richtig durchgeprügelt wird? Zunächst mal einen massiven Rohrrahmen mit integriertem Überrollkäfig. Dazu Einzelradaufhängung mit äußerst großzügig bemessenem Federweg. Dazu eine dürftige Verkleidung des Rahmens, gern aus GfK oder gleich Plastik. Die manchmal vorhandene Windschutzscheibe hat eher Alibi-Funktion, sie bleibt ohnehin nur selten heil oder gar sauber. Im Innenraum eines Baja Boots ist alles da, wo es hingehört: Sportlenkrad, Pedalerie, zwei Schalensitze mit breiten Gurten, idealerweise Hosenträgergurte. Mehr braucht niemand.

V8-Power von Chevrolet populär

Ein beliebter Antrieb für jegliche Art von Rennwagen, also auch ein Baja Boot, stellt der Chevrolet V8-Smallblock dar, der meistgebaute Motor der Welt. Er ist robust, nicht zu schwer, leicht zu tunen und zu reparieren. Zur besseren Traktion ist das Kraftpaket mit mindestens 4.3 Liter, eher aber 5.3, 5.7, 6.3 oder 6.6 Liter Hubraum als Mittel- oder Heckmotor verbaut. Damit verbunden ist ein Getriebe, das der Motorleistung von selten weniger als 350 PS gewachsen ist und diese mittels Verteilergetriebe an alle vier grobstolligen Geländereifen weiterleitet. Die Ölversorgung des Triebwerks ist oft als Trockensumpfschmierung oder gepanzerte Ölwanne ausgelegt, sodass ein Aufsetzen nach einem Sprung im Baja Boot nicht das Ende bedeutet. Meist ist auch der Kühler im Heck montiert, so ist er besser bei Frontkollisionen geschützt.

Geländewagen für die Baja 1000 in Mexiko

Ein besonderes Baja Boot mit prominentem Vorbesitz wechselte jüngst für 235.000 US-Dollar den Besitzer. Das Fahrzeug des Motorsport-begeisterten Schauspielers Steve McQueen wartete zudem mit einiger Renn-Historie auf, wie eben an der Baja 500 und der Baja 1000. Stuntfahrer und Freund Bud Ekins war mit an Bord. Für seine Rennkarriere erhielt das Fahrzeug zum Schutz des Allradantriebs eine starke Blechabdeckung am Unterboden. Auch das Cineasten aus „Fear and Loathing in Las Vegas“ mit Johnny Depp und Benicio del Toro bekannte  Wüstenrennen „Mint 400“ wurde absolviert. Weil ihm Produzenten oft untersagten, während Dreharbeiten an Rennveranstaltungen aktiv teilzunehmen, fuhr McQueen oft heimlich mit. Steve wusste was er tat, seine Leidenschaft für schnelle Autos aller Art machte den „King of Cool“ unvergessen.