Skoda Karoq: Mit Liebe zum Detail

Skoda hat schon lange den Ruf, preiswerte Autos zu bauen. Ob der hochbeinige Karoq mit dem 150 PS starken TDI, Allrad und Sieben-Gang-DSG tatsächlich ein Schnäppchen ist und wie sich das beliebteste SUV der Tschechen mit all seinen "simply clever"-Lösungen im Alltag schlägt, hat der Motor-Informations-Dienst (mid) getestet.

Das Leben kann so einfach sein. Damit man weiß und auch ja nicht vergisst, aus welchem Stall der Karoq stammt, wird der Skoda-Schriftzug beim Öffnen der vorderen Türen des kompakten SUV auf den Boden projiziert. Das war mal Privileg für Premium-Autos. Ein Händchen für praktische Details hatte die tschechische VW-Tochter schon und noch immer. Was immer an Einkaufstüten mal wieder nicht auf den Beifahrersitz passt, verschwindet "simply clever" und damit mühelos im Kofferraum, auch wenn beide Hände – wie meist – besetzt sind. Einfach mit dem Fuß unter den Stoßfänger zeigen, schon öffnet sich die Heckklappe wie von Zauberhand. Drinnen wahren Verzurrösen und Taschenhaken die Ordnung beim Gepäck. Mitgedacht hat Skoda auch bei der Abdeckung: Das eingehakte Rollo wandert mit.

Zu frostigen Winterzeiten, in denen es auch am Tag manchmal kaum hell werden will, lernt man nicht nur den immer wieder auffindbaren Eiskratzer im Tankdeckel zu schätzen. Auch die abnehmbare Taschenlampe im Gepäckabteil leistet nicht nur dort wertvolle Dienste, sondern auch unter dem Sitz vorne auf der Suche nach dem wieder mal abgetauchten Portemonnaie. Griffbereit gleich daneben unter dem Beifahrersitz hat Skoda den Regenschirm platziert. In Verbindung mit "Varioflex" lassen sich die Rücksitze nicht nur umklappen und verschieben, sie lassen sich sogar komplett ausbauen. Das geht auch ohne Manneskraft und verwandelt das in den Skoda-Werken in Tschechien, in der Slowakei und in Russland gebaute SUV in einen kleinen Lieferwagen mit einem Laderaum von 521 bis 1.810 Liter.

In der getesteten Ausstattung Style überzeugen Materialien und Verarbeitung auch am Armaturenbrett und in den Türen mit angenehm anzufassenden, weichen Oberflächen. Hochglanz-Applikationen, Ambientelicht, Leder und Chrom sorgen für einen Hauch von Noblesse in einer Fahrzeugklasse, die eigentlich meist eher Robustheit vortäuscht. Das edle Infotainment-System Columbus mit dem 9,2 Zoll großen, aber leider meist fleckig aussehenden Touchscreen lassen sich die Tschechen selbst in der höchsten Ausstattungslinie auch gleich mit 1.725 Euro bezahlen. Dafür reagiert es schnell und versorgt einen mit gestochen scharfen Darstellungen und Echtzeit-Verkehrsdaten bei der Routenführung. Immerhin auch ohne Aufpreis gibt es die praktischen Helferlein wie Parkscheinhalter und Brillenfach. Sogar an einen Abfalleimer in der Fahrertür hat Skoda gedacht, der kostet allerdings 19 Euro extra.

Der Zweiliter-Diesel mit 150 PS meldet sich leicht grummelnd zu Wort. Dank der auf alle vier Räder verteilten Kraft von 340 Newtonmetern und in Kombination mit dem schnell und nahezu unmerklich agierenden Sieben-Gang-DSG sprintet der Fünftürer in 8,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, ohne dass gleich die Räder durchdrehen. In der Spitze sind bis zu 199 km/h drin.

Der 1.933 kg schwere und eher komfortabel ausgelegte Tscheche lässt sich auch über längere Strecken bequem, bei ambitionierterem Gasfuß auch schon mal richtig spritzig fahren, ohne dass der durchaus dabei vernehmbare Geräuschpegel ins Unangenehme ausschlägt. Allerdings wird das SUV jenseits der 160 km/h etwas leicht an der Vorderachse, bleibt aber immer beherrschbar. Wer überwiegend engagiert fährt, treibt den im Datenblatt angegebenen Verbrauch von 4,9 Litern auch schon mal auf knapp sieben Liter hoch.

Pfennigfuchser werden sich beim adaptiven Fahrwerk mit seiner spürbaren Spreizung zwischen den fünf Fahrmodi für Eco und damit gedämpften Fahrspaß entscheiden. Wer aus Sparsamkeitsgründen auf den Allradantrieb verzichten will, bekommt den 150 PS-Diesel auch als Fronttriebler, aber dann ohne das formidable Sieben-Gang-DSG. Das tschechische SUV kostet in der Ausstattungslinie Style mit Allrad ab 36.320 Euro. Legt man Wert auf Leder und die richtigen Assistenten, muss man nur seine Kreuzchen an der richtigen Stelle machen und kommt dann locker auch über 40.000 Euro. Damit ist der Skoda Karoc dann nicht billig, aber seinen Preis wert.

Technische Daten Skoda Karoc 2,0 TDI 4×4 Style:

– Länge / Breite / Höhe: 4,38 / 1,84 / 1,62 Meter

– Motor: Vierzylinder Turbodiesel

– Hubraum: 1.968 ccm

Leistung: 110 kW/150 PS

– max. Drehmoment: 340 Nm

– Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe

– Beschleunigung: 0 – 100 km/h in 8,8 s

– Höchstgeschwindigkeit: 199 km/h

– Normverbrauch: 4,9 l/100 km

– CO2-Emissionen: 129 g/km

– Preis: ab 36.320 Euro

Fotocredits: Fiola Kammerer / vmid, Fiola Kammerer / mid
Quelle: GLP mid

(dpa)